Das Zwei-Schicht-System als Überbrückungsmodell

Um die Corona-Ansteckungsgefahr zu minimieren und gleichzeitig den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten, müssen sich Betriebe etwas einfallen lassen. Krause Karosserie in Neuss hat kurzerhand auf Schichtbetrieb umgestellt.

Die aktuelle Lage ist eine große Herausforderung für Werkstätten, aber sie macht auch erfinderisch. Das Standox Reparaturnetzwerk Repanet unterstützt seine Mitglieder von Anfang an mit umfassenden Informationen und praktischen Tipps. Werner Krause von der Krause Karosserie in Neuss hat die Situation analysiert und kurzerhand auf Schichtbetrieb umgestellt.

Die derzeitige Situation stellt Arbeitgeber derzeit vor besondere Herausforderungen. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren und gleichzeitig den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten, müssen sich Betriebe etwas einfallen lassen. Das Repanet Mitglied Krause Karosserie aus Neuss geht mit gutem Beispiel voran, denn Geschäftsinhaber Werner Krause hat schon vor einigen Wochen auf ein Zwei-Schicht-System umgestellt.

„Sollte in einem Team ein Kollege erkranken, muss ich nur 25 und nicht gleich alle 50 Mitarbeiter nach Hause schicken.“
Werner Kraus
Krause Karosserie, Neuss

Die Mitarbeiter mussten ihre Stunden hierfür zuerst um 30 und dann um 50 Prozent reduzieren und arbeiten nun entweder von 7:00 bis 12:00 Uhr oder von 13:00 bis 17:00 Uhr. „Mittags nutzen wir die Möglichkeit, um Oberflächen, die alle berühren, zu desinfizieren, wie zum Beispiel Türklinken“, erzählt Krause.

Die insgesamt 50 Mitarbeiter haben ihren Chef in seiner Entscheidung sofort unterstützt – und selbst kreative Lösungen entwickelt, beispielsweise bei der Übergabe zwischen der Früh- und der Spätschicht: Da sich beide Schichten aufgrund des Infektionsrisikos nicht begegnen dürfen, informieren sich die Kolleginnen und Kollegen am Ende ihres Arbeitstages einfach per Foto oder Video über den aktuellen Stand. So ist jeder im Bilde darüber, was an einem Fahrzeug noch gemacht werden muss und worauf speziell zu achten ist.

Der Betrieb stellt damit auf der einen Seite sicher, dass sein Team in Kontakt bleibt, was in Zeiten von weitestgehender Isolation nicht zu unterschätzen ist. Auf der anderen Seite kann jeder Mitarbeiter während der Arbeit ausreichend räumlichen Abstand zu den anderen halten. So macht es einen großen Unterschied, ob 50 oder 25 Personen in der Halle sind.

Für Werner Krause kann diese Lösung unter Umständen geschäftserhaltend sein. „Sollte in einem Team ein Kollege erkranken, muss ich nur 25 und nicht gleich alle 50 Mitarbeiter nach Hause schicken.“ Der Werkstattinhaber ist froh, auf diese Weise den Betrieb am Laufen halten zu können und seinen Geschäftspartnern zu zeigen, dass er und sein Team alles tun, um die Betriebsbereitschaft zuverlässig aufrechtzuerhalten. „Zu unseren Kunden gehören auch systemrelevante Einrichtungen wie Rettungs- und Pflegedienste. Gerade für diese Gruppen möchten wir weiterhin da sein und sie mobil halten“, so Krause. „Vor allem aber ist es mir wichtig, dass ich als Geschäftsführer bestmöglich für die Gesundheit meiner Mitarbeiter sorge.“

Für wie lange die Krause Karosserie das Zwei-Schicht-System mit reduzierten Arbeitszeiten beibehalten wird, hängt auch vom Verkehrsaufkommen ab. „Aktuell hat die Mobilität in Deutschland um rund 40 Prozent abgenommen. Dementsprechend weniger Unfälle passieren auch“, erklärt Werner Krause. „Erst wenn die Straßen wieder voller werden und unser Auftragsvolumen infolgedessen zunimmt, werden auch wir schrittweise wieder zur Normalität zurückkehren.“

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