Den Neustart wirksam gestalten

Der ZDH fordert zu den ersten stufenweisen und epidemiologisch vertretbaren Maßnahmen, dass sich dieser Prozess des Wiederhochlaufs der Wirtschaft an folgende Leitlinien orientieren muss.

Nach dem massiven Shutdown des wirtschaftlichen und sozialen Lebens werden derzeit erste, noch begrenzte Ansätze eines stufenweisen und dabei vor allem auch epidemiologisch vertretbaren Wiederhochlaufs umgesetzt. Diese müssen nun verstärkt, unterstützt und beschleunigt werden. Dieser Prozess muss sich aus Sicht des deutschen Handwerks an folgenden Leitlinien orientieren.

Vorrang müssen die Berücksichtigung und Durchsetzung hygienespezifischer Vorgaben zur kontrollierbaren Eindämmung der Corona-Pandemie behalten. Unter diesen Vorgaben muss gleichzeitig aber auch gelten, dass alle Unternehmen, die die spezifischen Hygiene-und Abstandsregelungen realisieren, ungeachtet ihrer Größe, ihres Gründungsdatums oder der Branche grundsätzlich die Möglichkeit haben, ihre Geschäftstätigkeit wieder aufzunehmen – und dies möglichst rasch.Verfügbarkeit von und Zugang zu Schutzausrüstung ist dafür unverzichtbar.

Das Wiederhochfahren wirtschaftlicher und sozialer Aktivitäten muss bundesweit und damit länderübergreifend möglichst einheitlich ausgestaltet sein. Ein „föderaler Flickenteppich“ bei Geschäftsöffnungen, Maskenpflicht, Systemrelevanz usw. unterminiert nicht zuletzt Transparenz, Verlässlichkeit und Akzeptanz bei den hiervon Betroffenen. Einheitlichkeit der Corona-spezifischen Regelungen und Verfahren ist aber auch auf kommunaler Ebene dringend erforderlich.

Die öffentliche Verwaltung vor Ort muss flächendeckend wieder arbeitsfähig sein, damit auch Handwerksunternehmen die erforderlichen Genehmigungen, Bescheinigungen usw. erhalten können. Das betrifft z.B. Zulassungsstellen, Bauämter, Straßenverkehrsbehörden, Ordnungs- und Gesundheitsämter, Wertstoffhöfe, Vergabestellen und Standesämter. Unverzichtbar ist zudem eine möglichst zügige Wiederaufnahme der Kinderbetreuung und -beschulung über die akute Kindernotbetreuung hinaus. Die Reinigungshandwerke sind ein wichtiger Lösungspartner bei der Einhaltung neuer Hygienestandards.

Maßnahmen zur Liquiditätssicherung werden zwar absehbar sukzessive zurückgeführt werden können. Sie bleiben jedoch, solange Unternehmen und Bereiche unter massiven Corona-bedingten Problemen leiden, unverzichtbar und müssen dabei ggf. nachjustiert werden. In jedem Fall muss zudem die Wirtschaftsdynamik durch zielgerichtete Nachfrage- und Investitionsimpulsen gestärkt und beschleunigt werden.

Jetzt ist keinesfalls die Zeit für zusätzliche Belastungen der Unternehmen, sondern für substanzielle Entlastungen. Unabdingbar sind daher ein Belastungs- und Regulierungsmoratorium ebenso wie die substanzielle Rückführungbestehender Regulierungen und sonstiger Belastungselemente.

Das Handwerk leistet bei Ausbildung und Qualifizierung einen wichtigen Beitrag für die Wirtschaft Deutschlands insgesamt. Damit dies auch künftig der Fall sein kann, müssen diese bewährte Verfahren und Strukturen über die akute Ausnahmesituation hinweg stabilisiert werden.

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