Deutsche Kommission für Lack und Karosserieinstandsetzung

Die Deutsche Kommission für Lack und Karosserieinstandsetzung hat eine Resolution zur Schadeninstandsetzung bei Fahrzeugen mit Fahrerassistenzsystemen verfasst.

In den letzten zehn Jahren hat sich eine Vielzahl von Fahrerassistenzsystemen am Markt etabliert und die Marktdurchdringung nimmt über alle Fahrzeugklassen kontinuierlich zu. Die Bandbreite der Systeme umfasst Komfortsysteme wie zum Beispiel den Tempomat, warnende Systeme (z.B. Spurverlassenswarner) und Systeme, die aktiv in Gefahrensituationen eingreifen wie beispielsweise Front-Notbremssysteme. Bei allen derzeit auf dem Markt verfügbaren Systemen (Stand 01.03.2020) liegt die Verantwortung für das Führen des Fahrzeugs beim Fahrer (SAE-Level 0 – 2). Die Systeme können zudem in aller Regel vom Fahrer übersteuert werden, Ausnahmen gibt es nur in Notsituationen für sehr kurze Zeitfenster (z.B. ESP-Bremseingriff). In naher Zukunft erwarten wir Systeme, die das Fahrzeug in definierten Domänen, z.B. auf der Autobahn, hoch- und vollautomatisiert steuern (SAE-Level 3 & 4).

Diverse Analysen der Unfallforschung zeigen einen positiven Einfluss auf die Unfallhäufigkeit und damit die Verkehrssicherheit durch eine Reihe dieser Fahrerassistenzsysteme. Unter anderem haben ESP, Notbremssysteme und Spurhalteassistenten bereits zahlreiche, auch schwere, Unfälle verhindern können und damit Leben gerettet. In Einzelfällen können Fahrerassistenzsysteme selbst jedoch auch unfallursächlich sein, so zum Beispiel bei einer systembedingten fehlerhaften Auslösung oder einem fehlerhaften Eingriff durch das Fahrerassistenzsystem, ohne dass dies durch den Fahrer rechtzeitig übersteuert und korrigiert werden kann.

Aufgrund der Kritikalität der Fahrerassistenzsysteme ist es unabdingbar, dass diese zu jeder Zeit in einem einwandfreien technischen Zustand sind, insbesondere nach einer Schadeninstandsetzung. Dies erfordert, abhängig unter anderem von Fahrzeughersteller, Fahrzeugmodell oder auch der Modellgeneration, gegebenenfalls Kalibrierarbeiten1, um die fehlerfreie Funktion der Fahrerassistenzsysteme sicher zu stellen.

Aufgrund der absehbar stark steigenden Marktdurchdringung mit sicherheitskritischen Fahrerassistenzsystemen wird deren Berücksichtigung zu einem Standardprozess der Schadenbegutachtung und -instandsetzung.

Diese Stellungnahme der Deutsche Kommission für Lack und Karosserieinstandsetzung adressiert aus branchenübergreifender Sicht Vorgehen und Rahmenbedingungen, um allen Kunden jederzeit einwandfrei und sicher instandgesetzte Fahrzeuge hinsichtlich der Fahrerassistenzsysteme zu übergeben.


Die gesamte Resolution der Deutschen Kommission für Lack und Karosserieinstandsetzung lesen Sie in FML Der Fahrzeug- und Metall-Lackierer Ausgabe Mai 2020

Zur Abo-Bestellmöglichkeit >>