VIN – Identifikation der Lackart

„Die VIN-Nummer ist der Fingerabdruck eines Automobils. Diese gibt Auskunft über den Hersteller, die Baureihe, die Karosserieform, die Motorisierung und die Ausstattung des Fahrzeugs bei Werksauslieferung.“

Bestimmung der Lackart durch VIN-Abfrage im Kalkulationssystem

Bezugnehmend auf die Lackierung des Fahrzeuges gibt die Vehicle Identification Number (VIN) aber keine 100% exakte Auskunft über die Lackart einer Fahrzeugkarosserie durch den Fahrzeughersteller ab Werk. Handelt es sich zum Beispiel werkseitig um einen Mehrschicht-Lackaufbau, ein eingefärbtes Klarlacksystem oder eine Matt-Lackierung, wird dieses nicht automatisch über die durchgeführte VIN-Abfrage in den Kalkulationssystemen ersichtlich.


Die Lackart selbst lässt sich meist erst über die Mischrezeptur der einzelnen Lackhersteller klassifizieren, so werden viele Farbtöne als Metallics vom Hersteller benannt und über VIN eingestuft, obwohl diese Pearleffekt-Anteile beinhalten und somit hochpreisiger einzuordnen sind.

Veränderungen, die an der inneren und äußeren Fahrzeugkarosserie nach der Vergabe der VIN Nummer vom Werk oder durch Dritte (z.B. Umlackierungen) vorgenommen werden, sind nicht erfasst. In Folge dessen empfehlen das Institut für Fahrzeuglackierung (IFL) und die Interessengemeinschaft für Fahrzeugtechnik und Lackierung e.V. (IFL e.V.) grundsätzlich eine genaue Prüfung der Lackart und des Farbtons nach erfolgter VIN Abfrage durch den Fahrzeuglackierer vor Beginn einer Lackreparatur. 



Die hierfür verbindlichen Hinweise werden in den anwendungstechnischen Schriften im jeweiligen Reparaturlacksystem und im Lackformelsystem für den gewählten Farbton durch den Reparaturlackhersteller definiert. Je nach Lackhersteller können hier unterschiedliche Arbeitsgänge anfallen, die aber auf jeden Fall vom Lackierfachbetrieb nach dem tatsächlichen Aufwand fakturiert werden müssen.

Demzufolge ist die VIN Abfrage bezogen auf den Lack nichts weiter als ein unverbindlicher Service. Diese Voreinstellung muss vom Lackierfachmann vor Ort überprüft, angepasst, lackherstellerspezifisch umgesetzt und nach Aufwand berechnet werden. 
Somit müssen Rechnungskürzungen bezüglich der Lackart mit dem Verweis auf die VIN nicht akzeptiert werden.