Kennzahlen-Kompass

Der Kennzahlen-Kompass wertet halbjährlich die betriebswirtschaftlichen Messgrößen der teilnehmenden Karosserie- und Lackierbetriebe aus und liefert damit ein aussagekräftiges Bild zur wirtschaftlichen Situation der K&L-Branche.

Michael Zülch, Repanet Berater und Geschäftsführer der Unternehmensberatung Zülchconsulting, erklärt, wie Betriebe den Kompass und die zuletzt veröffentlichten Zahlen von 2019 optimal für sich nutzen.

„Der Kennzahlen-Kompass ist im Grunde ein Online-Betriebsvergleich: Er gibt teilnehmenden Betrieben eine Orientierung und zeigt direkt nach der Eingabe der Daten an, in welchen Bereichen es betriebswirtschaftlich besser laufen könnte“, erklärt Michael Zülch. Die Teilnahme ist denkbar einfach: Betriebsinhaber registrieren sich auf der Website www.kennzahlen-kompass.de und geben anschließend ihre betrieblichen Daten in die Maske ein. Ein Ampelsystem zeigt unmittelbar danach an, wo die Stärken des Unternehmens liegen und in welchen Bereichen im Vergleich zum Branchendurchschnitt Handlungsbedarf besteht.


Betriebsvergleich und Kennzahlen-Kompass richtig nutzen

Der zuletzt ausgewertete Betriebsvergleich 2019 zeigt zum Beispiel: Der Anteil verkaufter Dienstleistungen am Umsatz ist von 2018 zu 2019 im Bereich Lack um durchschnittlich 3 Prozent gestiegen, im Segment Karosserie um 1,2 Prozent. Der Betriebskostensatz je verkaufter Stunde (also das, was an reinen Kosten je verkaufter Stunde inkl. der Fremdleistungen zusammenkommt) liegt bei der Mehrheit der teilnehmenden Betriebe bei circa 79 Euro im Segment Lack und bei circa 94 Euro im Karosseriebereich, und die betriebliche Auslastung lag im Lackbereich 2019 durchschnittlich bei 68 Prozent – drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. „Nutzer des Kennzahlen-Kompasses, die ihre betriebswirtschaftlichen Zahlen eingegeben haben, sehen unmittelbar, ob sie im Durchschnitt liegen und erhalten so eine wichtige Orientierung“, sagt Zülch.

„Der Kennzahlen-Kompass ist im Grunde ein Online-Betriebsvergleich: Er gibt teilnehmenden Betrieben eine Orientierung und zeigt direkt nach der Eingabe der Daten an, in welchen Bereichen es betriebswirtschaftlich besser laufen könnte“
Michael Zülch
Repanet Berater

Weichen die individuellen Daten vom Durchschnitt ab, schlägt der Kennzahlen-Kompass Alarm und es gilt, genauer hinzusehen. Bei Fragen zu den Ergebnissen des Kennzahlen-Kompasses unterstützen Michael Zülch und sein Team von Zülchconsultig die K&L-Betriebe dabei, ihre Daten besser zu verstehen und die richtigen Ansatzpunkte für Verbesserungen zu finden. Zülch: „Ein konkretes Beispiel: Die Auslastung eines Betriebes lag insgesamt – trotz guter Effizienz in der Auftragsbearbeitung – im wesentlich zu niedrigen Bereich. Ein Blick auf die Produktivitätskennzahlen im Kompass konnte die Lösung aufzeigen: Die Mitarbeiter erledigten zwar die Aufträge innerhalb der Vorgabezeiten, dies wurde auch im Rahmen der Rechnungsnachkalkulation vom Unternehmer eng kontrolliert. Allerdings war die Produktivität der einzelnen Mitarbeiter (Verhältnis der auf den Auftrag gestempelten Stunden zur Anwesenheit) wesentlich zu niedrig und damit der Anteil an unproduktiven Tätigkeiten (Rangierarbeiten, Warten auf Auftrag etc.) wesentlich zu hoch. Durch regelmäßige Teambesprechungen konnten die Abläufe gemeinsam verbessert werden. Gleichzeitig wurden die Stempelungen der Mitarbeiter tagesaktuell kontrolliert.“

Dass die eingeleiteten Maßnahmen Wirkung zeigten, konnte im Kennzahlen-Kompass genau nachvollzogen werden, denn dort wird dem Unternehmer auf einen Blick die Entwicklung der Kennzahlen im Vergleich zu den letzten beiden Jahren aufgezeigt.


Führender Betriebsvergleich der Branche
„Der Nutzen des Online-Betriebsvergleichs für die Betriebe ist aufgrund integrierter Plausibilitäts-Checks und der telefonischen Unterstützung und Beratung durch das unser qualifiziertes Team sehr hoch“, unterstreicht Michael Zülch. „Nicht umsonst hat sich der Kennzahlen-Kompass in den letzten eineinhalb Jahren zu einem der führenden Betriebsvergleiche der Branche entwickelt und verzeichnet weiter steigende Teilnehmerzahlen.“
Neben den individuellen Schwächen deckt der Kennzahlen-Kompass auch strukturelle Probleme auf, die in vielen K&L-Betrieben auftreten. Zum Beispiel ist das Betriebsergebnis im Bereich Lack auf dem Papier durchschnittlich immer etwas niedriger als im Bereich Karosserie. Die wahrscheinlichste Ursache: Lackierer übernehmen vielfach Arbeiten für die Karosserie, die sie aber nicht abrechnen können. Hier muss grundsätzlich gegengesteuert werden.

Von den Besten lernen
Zudem zeigt der branchenweite Vergleich, dass zwischen dem Durchschnitt der teilnehmenden Betriebe und den Top-Werten ein beträchtlicher Unterschied liegt. Zum Beispiel rangiert die Auslastung im Lackbereich bei den positiven Ausreißern bei circa 95 Prozent, während der Durchschnitt bei 68 Prozent liegt. „Hier lautet die zentrale Frage: Was machen die auffälligen Betriebe besser?“, so Zülch. Um das herauszufinden, möchte der Repanet Berater das Best Practice-Sharing innerhalb der Branche fördern. „Ich plane hierzu in nächster Zeit Webinare, bei denen die Top-Betriebe ihr Wissen mit Kollegen aus der Branche teilen.“

Für Repanet Mitglieder ist die Teilnahme am Kennzahlen-Kompass völlig kostenlos.

www.kennzahlen-kompass.de

https://www.standox.com/de/de_DE/repanet.html