Kostenstudie des BVdP

Bereits vor der Corona-Krise haben die in der Schadensteuerung arbeitenden Betriebe zu den vereinbarten Stundenverrechnungssätzen kaum Renditen erwirtschaftet. Die Corona-Krise bringt zahlreiche Betriebe in eine sehr bedrohliche Lage.

Bereits vor der Corona-Krise haben die in der Schadensteuerung arbeitenden Betriebe zu den vereinbarten Stundenverrechnungssätzen kaum Renditen erwirtschaftet. Die Ergebnisse aus der Kostenstudie des BVdP zeigen, dass es kaum Betriebe gibt, die es schaffen, mit ihrer Arbeitsleistung die betrieblichen Aufwendungen zu erwirtschaften. Und das bei einer normalen Auslastung und mit einem guten Vorlauf von Aufträgen. Die mit den Schadensteuerern vereinbarten Stundenverrechnungssätze basierten auf dieser Grundlage. Preisvorteile für eine gesicherte Auslastung war die Devise.

Und jetzt?

Seit dem Ausbruch der Corona-Krise hat die Bundesregierung viele Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Gesellschaft vor gesundheitlichen Schäden zu schützen. Kontaktverbote, Arbeitsverbote und Ladenschließungen haben zum Teil verheerenden Folgen. Die Betriebe, die gesteuerte Aufträge erhalten, haben massive und bedrohliche Auftragsrückgänge von bis zu 80%.

Wie kann es sein, dass ein Stundenverrechnungssatz, der auf einer anderen Grundlage festgesetzt wurde, jetzt noch Bestand hat?

Notwendige Deckungsbeiträge können damit nicht erwirtschaftet werden und bringen die Betriebe in eine wirtschaftliche Schieflage mit dramatischen Folgen.

Pro Arbeitstag fehlen den Betrieben durchschnittlich 1.330 €. Bereits nach 20 Arbeitstagen summiert sich das Ganze für einen durchschnittlichen Betrieb aus der Schadensteuerung auf eine beachtliche Summe von 26.600 €. Und die Krise hat gerade erst begonnen. Trübe Aussichten, wenn wir uns vor Augen halten, dass wir noch viele Monate mit dem Corona-Virus leben müssen.

Die Kostenstudie belegt, dass ein durchschnittlich erzielter Stundenverrechnungssatz von 78,80 € nicht ausreicht, um die betrieblich notwendigen Aufwendungen zu erwirtschaften, geschweige denn, Rücklagen zu bilden.

Der Stundenverrechnungssatz muss jetzt steigen.

Unter Berücksichtigung der Kostenminderung durch Kurzarbeitergeld, muss dieser bei einem Auftragsrückgang um 50% von 78,60 auf 118,03 € steigen, um die notwendigen Deckungsbeiträge zu erwirtschaften.

Abb: Die Berechnungsgrundlage sind Tageswerte. Links der IST-Zustand vor Corona, rechts die Auswirkungen durch Corona. Um dieses unter Berücksichtigung von Kurzarbeitergeld in Höhe von 50% auszugleichen, muss der SVS von 78,60 € auf 118,03 € steigen.

Diese Berechnung ist auf der Grundlage bereits ungesunder Parameter errechnet worden und hätte ein nicht ausreichendes Ergebnis zur Folge. Somit muss unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlich notwendiger Aspekte der Stundenverrechnungssatz zusätzlich um einen moderaten Zuschlag für die notwendige Rendite korrigiert werden.


Abb: Die Berechnungsgrundlage sind Tageswerte. Die Grafik zeigt eine notwendige Entwicklung in der Corona-Krise unter Berücksichtigung einer betriebsnotwendigen Rendite. Hiernach muss der SVS von 78,60 € auf 127,01 € steigen.

Ein Stundenverrechnungssatz von 127,01 € wäre notwendig, um die betriebsnotwendigen Deckungsbeiträge zu erwirtschaften.

Das Gebot der Stunde ist, alles für den Schutz der Gesundheit aller zu tun und ebenso bedrohte Betriebe vor möglichen Desastern zu bewahren. Und das geht nur, wenn diese ihren Aufwand durch erzielte Umsätze ausgleichen können.

Wenn Versicherer nun darüber nachdenken, aus den eingenommenen Versicherungsprämien einen Teil an die Versicherungsnehmer zurückzuzahlen, gehen die Vorstellungen in eine völlig falsche Richtung. Das wird sich spätestens dann rächen, wenn die Auftragslage wieder ein normales Niveau erreichen wird und dann aber Betriebe fehlen, die diese Aufträge zu Konditionen mit Augenmaß abarbeiten.

Jetzt muss gehandelt werden!