Meine Werkstatt: Mit Stress richtig umgehen

Das Seminar „Meine Werkstatt“, das im September im Wuppertaler Standox Center stattfand, hat beim Werkstattnetzwerk Repanet Tradition. Seine Besonderheit: Es richtet sich ausschließlich an Frauen, die in Kfz-Werkstätten arbeiten.

Das Seminar „Meine Werkstatt“, das vom 25. bis 27. September im Wuppertaler Standox Center stattfand, hat beim Werkstattnetzwerk Repanet Tradition. Seine Besonderheit: Es richtet sich ausschließlich an Frauen, die in Kfz-Werkstätten arbeiten. Diesmal ging es um Stressvermeidung und -bewältigung aus Sicht der Stressforschung – und um einen Blick in die Werkstattpraxis.

„Das war ein supertolles Seminar. Ich habe meinen Akku wieder etwas auffüllen können.“
Karin Wiegel, Autolackiererei Wiegel

Alle Teilnehmerinnen von „Meine Werkstatt“ arbeiten in Karosserie- und Lackierbetrieben, viele kümmern sich in verantwortlichen Positionen im Backoffice um den kaufmännischen Bereich. „Gerade darum ist es für viele Frauen spannend, selbst mal mit der Spritzpistole in der Lackierkabine loslegen zu können“, sagt Margarita Debos, Vorstandmitglied bei Repanet e.V., die schon oft bei „Meine Werkstatt“ mitgemacht hat.
Am ersten Seminartag gab das Standox Trainerteam um Erik Faßbender den Teilnehmerinnen einen Crashkurs in praktischem Lackieren. Die Frauen waren bei der Vorbereitung und Lackierung eines Kotflügels mit Spaß, aber auch viel Ehrgeiz dabei. An den beiden folgenden Tagen ging es um Stressabbau und Resilienz, die Fähigkeit, Widerstand gegen Belastungen aufzubauen. Simone Spielker und Jürgen Kirch von der Wuppertaler Firma StressPoint-Konstitution gestalteten diesen Teil des Seminars.

Stress senkt den Serotoninspiegel
Der menschliche Körper ist permanent Stressfaktoren ausgesetzt. Dazu zählen beispielsweise Lärm, Zeitdruck, ungesunde Ernährung, Umweltgifte oder die Restriktionen der aktuellen Corona-Situation. Viele Menschen bringen private Probleme mit zur Arbeit, zudem können auch flexible Arbeitszeitmodelle für weiteren Stress sorgen.

Dadurch sinkt der Spiegel des „Glückshormons“ Serotonin in Körper, was Beschwerden hervorrufen kann. „Liegt er erst einmal fast bei null, muss man mit bis zu einem Jahr rechnen, um ihn wieder neu aufzubauen“, erklärt Simone Spielker. Daher sei es wichtig, Stressfaktoren möglichst zu vermeiden und für Ausgleich durch Entspannung, soziale Kontakte oder sportliche Aktivität zu sorgen. Denn sie heben den Serotoninspiegel wieder.

Eng mit diesem Thema verbunden ist die Resilienz. „Resiliente Menschen und Unternehmen“, so Spielker, „haben die Fähigkeit und das Vertrauen, eine Krise gut meistern zu können. Diesen Optimismus entwickeln sie nur, wenn sie Krisen akzeptieren. Ein bisschen leiden ist erlaubt, aber wechseln Sie nicht in die Opferrolle! Handeln Sie lösungsorientiert, holen Sie sich Hilfe aus Ihrem privaten und beruflichen Netzwerk.

Übernehmen Sie Selbstverantwortung!
Entspannung, Sport und gute Ernährung helfen gegen Stress
Bei „Meine Werkstatt“ ging es nicht nur darum, diese Hintergründe zu verstehen, sondern im nächsten Schritt Methoden und Strategien zu entwickeln, um mit Stress richtig umzugehen. Mögliche Maßnahmen sind beispielsweise Massagen, autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Sport, richtige Ernährung, vor allem aber der strategische Abbau von Stressfaktoren. Das Programm kam bei den Teilnehmerinnen gut an: „Das war ein supertolles Seminar“, lobte Karin Wiegel von der Autolackiererei Wiegel aus Langenzenn in Mittelfranken. „Ich habe meinen Akku wieder etwas auffüllen können.“

Ebenfalls zur Entspannung diente der abschließende Besuch im „Skulpturenpark Waldfrieden“, nur wenige hundert Meter vom Standox Center entfernt. Im früheren Wohnsitz von Dr. Kurt Herberts, unter dessen Führung Standox auf den Markt kam, werden heute Skulpturen und Bilder renommierter Künstler wie Tony Cragg, Jean Miró und Sean Scully ausgestellt. Und nicht nur die Kunstwerke, auch das außergewöhnliche Gebäude, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht, waren einen Blick wert.