Repanet Regionaltreffen 2022

Große Wiedersehensfreude: Die Repanet Regionaltreffen konnten nach zweijähriger Zwangspause endlich wieder in gewohnter Form stattfinden. Einige der Betriebe ließen sich daher nicht zweimal bitten und holten sich Tipps zu Themen wie Energiereduzierung, neue digitale Tools oder Versicherungsschutz.

„Betriebe erhalten hier die Gelegenheit, nicht nur von den Referenten, sondern auch voneinander zu lernen, und sich gegenseitig zu unterstützen.“
Margarita Debos
Vorstandsmitglied von Repanet e.V.

Ein klares Zeichen, wie wichtig solche Veranstaltungen und der persönliche Austausch untereinander sind. Ob in Hildesheim, Wiesbaden oder Bibertal/Günzburg – die diesjährigen Regionaltreffen boten den Repanet Mitgliedern endlich wieder die Möglichkeit, sich mit Kollegen zu treffen, Erfahrungen untereinander auszutauschen und sich über aktuelle Branchenthemen und Marktentwicklungen zu informieren.

Allein im Schadenkalkulationsmarkt hat sich zuletzt viel getan. Immer mehr digitale Tools stürmen den Markt und sorgen dafür, dass der administrative Aufwand in K&L-Werkstätten minimiert und die Abläufe optimiert werden. Hier den Überblick über die neuesten technischen Entwicklungen zu behalten, ist leichter gesagt als getan. Um etwas Licht ins digitale Dunkel zu bringen, hatte das Netzwerk Axel Krüger von DAT eingeladen.

Digitale Prozessabwicklung
Der Key-Account-Manager stellte in Hildesheim und Wiesbaden das Programm Fast Track AI von DAT vor. In Bibertal stellte Önder Aslan, Geschäftsführer von Fiasco, seine App zur Schadenaufnahme und automatisierten Kalkulation vor. In beiden Fällen können Karosserie- und Lackier-Werkstätten den kompletten Prozess von der Kundenanfrage über die Reparaturkalkulation bis zur finalen Abwicklung digitalisieren. „Betriebe, die nicht auf der Strecke bleiben wollen, müssen sich früher oder später mit automatisierter Schadenkalkulation auseinandersetzen,“ gab Axel Krüger auf den Treffen zu bedenken.

Ein weiteres wichtiges und vor allem brandaktuelles Thema ist die Frage, wie Werkstätten angesichts der derzeitigen Entwicklungen ihren Energieverbrauch reduzieren können. Denn gerade K&L-Betriebe sind immer mehr auf das Einsparen von Energie angewiesen. Die Krux dabei: Viele wissen nicht, wie sie genau vorgehen sollen, damit es sich am Ende auch wirtschaftlich lohnt. Der Energieexperte Thomas Koch von der Beratungsfirma Cenvis schaffte Abhilfe. Der Geschäftsführer erklärte auf den Regionaltreffen, wie Werkstattinhaber mit ein paar Investitionen an den richtigen Stellen Energie einsparen und sicher durch die Energiekrise kommen können.

Existenz des Betriebs absichern
Die Teilnehmenden in Wiesbaden und Bibertal durften außerdem die Bekanntschaft mit Ricardo Baguena-Ellers machen. Der Versicherungsexperte und Unternehmensberater für Kfz-Betriebe prüft unter anderem die Versicherungsverträge für das Betriebsgelände und die Kundenfahrzeuge auf den bestehenden Versicherungsschutz. Diese Beratung wird aktuell noch nicht als Repanet Basisleistung angeboten. Werkstätten, die auf den beiden Regionaltreffen waren, können sich allerdings als Testbetriebe im Service-Center melden. „Wir haben direkt einen Termin mit Herrn Baguena-Ellers ausgemacht. Themen wie diese gehen im Alltag schnell unter. Dabei sind sie so essenziell für das tägliche Geschäft. Ich meine, immerhin geht es um die Absicherung des eigenen Betriebes“, weiß Salvatore Palumbo von der Palumbo Kfz-Technik GmbH in Neunkirchen.

Knackpunkt Kalkulation
Wiesbaden durfte sich zudem über einen weiteren Gast freuen: Torsten Schmidt. Der Leiter Geschäftsbereich Fahrzeuglackierung der Bundesfachgruppe BFL stellte auf dem Regionaltreffen vor, wie sich der Bundesverband für die Lackierbetriebe einsetzt, um erforderliche Arbeiten für eine fach- und sachgerechte Reparatur auch bezahlt zu bekommen. Er empfahl unter anderem, die Lackmerkblätter des BFL für die Argumentation zu nutzen.

Neben weiteren sehr informativen Vorträgen gab es auf allen drei Terminen noch genügend Zeit zum persönlichen Erfahrungsaustausch. Für Isabell Felber von der Rudolf Deusing GmbH ein wichtiger Aspekt: „Ich habe viele neue Kolleginnen und Kollegen kennengelernt und jede Menge neuen Input mitgenommen. Veranstaltungen wie diese sind daher für mich immer total wertvoll.“ Das sieht auch Salvatore Palumbo so und würde sich deshalb wünschen, dass solche Treffen noch stärker von den Mitgliedern wahrgenommen würden. „Die Teilnehmerzahl in Wiesbaden hätte für meinen Geschmack höher sein können“, gibt er zu bedenken.

Auch Margarita Debos ist von den Vorzügen der Regionaltreffen überzeugt: „Betriebe erhalten hier die Gelegenheit, nicht nur von den Referenten, sondern auch voneinander zu lernen, und sich gegenseitig zu unterstützen“, so das Vorstandsmitglied von Repanet e.V. „Das ist gerade in den letzten zwei Jahren viel zu kurz gekommen. Deshalb wird es im Herbst auch noch weitere Termine an anderen Orten geben.“