Durch Erfahrung zur Geschäftsidee

Zwei Unternehmer aus Baden-Württemberg zogen aus, um dazu beizutragen, die K&L-Branche mit einer revolutionären App zukunftsfähig zu machen.

„Ich bin mit meiner Firma langjähriger Standox Kunde. Daher war es für mich naheliegend, diesen Partner mit unseren Entwicklungen zu involvieren und dabei immer wieder in die gesamte Branche intensiv hineinzuhören.“
Önder Aslan, FIASCO digital intelligence

Per Smartphone-Kamera zum Kostenvoranschlag für die Reparatur eines Karosserie- oder Lackschadens – so das Prinzip der von Önder Aslan (33) und Harun Coşkun (35) neu entwickelten webbasierten App FIASCO. Die beiden sind selbst seit langer Zeit im Kfz-Bereich tätig und kennen sich daher in der Materie aus: Aslan ist seit neun Jahren geschäftsführender Inhaber des Standox-Kunden Lack & Karosserie Reit GmbH in Kernen im Remstal, Coşkun arbeitet als Entwicklungsingenieur in der Automobilbranche. Beim Gründungsprozess schätzten sie das ehrliche Feedback des Lackherstellers Axalta und dessen Lackmarke Standox. „Natürlich freut es uns, wenn unsere Kunden die K&L-Branche mit innovativen Ideen bereichern. Als uns Önder und Harun von ihrer App-Idee erzählt haben, boten wir sofort unsere Unterstützung an“, erzählt Karsten Stöcker, verantwortlicher Leiter für den Bereich Werkstattnetze bei Axalta.

Langjähriges Knowhow führt zu Lösungen
Wie kommen diese zwei Kfz-Experten dazu, ein IT-Start-Up zu gründen? Angefangen hat alles mit der Übernahme eines zweiten K&L-Betriebs durch Aslan: „Ich stellte mir die Frage, wie Synergien zwischen unseren beiden Standorten genutzt und unsere Mitarbeiter standortunabhängig beschäftigt werden können“, erzählt er. Wie so viele Handwerksbetriebe stand auch Aslans Betrieb vor der Herausforderung, dass gutes Personal schwer zu finden ist und die vorhandenen Kräfte daher möglichst effizient eingesetzt werden sollten. Also holte er sich weitere kompetente Unterstützung durch seinen Freund Harun Coşkun, den er bereits seit der Kindheit kennt. „Wir haben unsere Köpfe zusammengesteckt, die Prozesse und Arbeitsabläufe analysiert und sind so auf die Idee einer Prozessdigitalisierung für Kfz-Werkstätten mit künstlicher Intelligenz (KI) als App gekommen. Am Markt gab es bisher nichts Vergleichbares. Daher haben wir selbst etwas entwickelt.“ Bei der Ausarbeitung ihrer Idee bildeten sie ein kongeniales Duo: Önder mit seinen Kenntnissen über Werkstattabläufe, Coşkun mit seinen Erfahrungen als mehrfacher Leiter großer Automobil-Projekte im In- und Ausland.

„In der Gründungsphase ist allerdings klar, dass jeder alles macht.“
Harun Coşkun, FIASCO digital intelligence

Trotz ihres eigenen reichhaltigen Erfahrungsschatzes suchten sich beide noch externe Beratung: „Ich bin mit meiner Firma langjähriger Standox Kunde. Daher war es für mich naheliegend, diesen Partner mit unseren Entwicklungen zu involvieren und dabei immer wieder in die gesamte Branche intensiv hineinzuhören‘“, erzählt Aslan. „Als Lackmarke spricht Standox mit seinen Premium-Produkten außerdem die gleiche Zielgruppe an wie wir. Diese möchten wir gemeinsam unterstützen – in Zukunft hoffentlich auch durch eine noch engere Partnerschaft.“

Eine Gründung wie ein Raketenstart
Nach Gründung der FIASCO GmbH hat sich schnell eine Aufgabenteilung zwischen den zwei Gründern herauskristallisiert: Während Coşkun die Weiterentwicklung der Zukunftsprojekte verantwortet, kümmert sich Aslan um den Bereich Sales und Operations. „In der Gründungsphase ist allerdings klar, dass jeder alles macht“, erzählt Coşkun. Obwohl die Firma noch nicht einmal ein Jahr existiert, beschäftigt sie – externe Kräfte mitgerechnet – bereits 21 Personen. „Wir entwickeln unsere Plattform ständig weiter. Wir vergrößern unser Team, um alle in Arbeit befindlichen Schnittstellen und Vernetzungen schnellstmöglich zu realisieren. Um die Vorteile unserer Plattform zu erweitern, befinden wir uns außerdem aktuell in Gesprächen mit mehreren potenziellen Kooperationspartnern“, bilanziert Önder. Auch bei Standox freut man sich über den Erfolg des neuen Start-Ups: „Es ist schön, ein kleines bisschen zu dieser Erfolgsgeschichte beigetragen zu haben und in Zukunft hoffentlich auch weiter beitragen zu dürfen“, findet Karsten Stöcker.