Starke Frauen und Lack

Noch heute sind Frauen in der Geschäftsführung eine Seltenheit in der K&L-Branche. Ein Grund, weshalb Repanet seit längerer Zeit ein Seminar für Frauen aus den Werkstattbetrieben anbietet.

„Wir wollen die Frauen in unserer Branche noch mehr unterstützen.“
Margarita Debos
Vorstand Repanet e.V.

Im vergangenen Monat trafen sich erneut zehn Frauen zum Repanet Frauenforum. Neben acht Inhaberinnen von Karosseriebetrieben nahmen auch zwei Angestellte vom Autohaus Schade in Bad Hersfeld am Frauenseminar teil. „Unser Chef hatte uns gefragt, ob wir Lust hätten. Da haben wir nicht lange gezögert“, sagt Sonja Meister. Sie ergänzt: „Ich arbeite seit mehreren Jahrzehnten in der Firma. Dass ich die Möglichkeit bekommen habe, an dem Seminar teilzunehmen, zeigt mir, dass ich wertgeschätzt werde.“ Margarita Debos, Vorstand Repanet e.V., macht deutlich: „Die teilnehmenden Frauen sind echte Macherinnen. Mich beeindruckt ihr Durchsetzungsvermögen immer wieder.“

Von der Werkstatt in den Wald
Das dreitägige Seminar hatte ein Ziel: starke Persönlichkeiten noch stärker machen. Verschiedene Programmpunkte standen auf dem Plan. Den Anfang machte Teilnehmerin Jutta Michels, Inhaberin vom Lackierbetrieb Michels in Cochem. Sie führte die Frauen durch ihren Betrieb, erklärte ihnen die Abläufe und sprach über ihre eigenen Herausforderungen als Inhaberin in der Branche. „Es war interessant zu hören, dass wir alle die gleichen Hürden im Berufsalltag meistern müssen“, sagt Andrea Ballmann, Mitarbeiterin der Lackiererei Ballmann in Bingen.

Im Anschluss ging es für die Teilnehmerinnen in die Natur. In einem Waldgebiet bekamen sie Aufgaben, die es zu lösen galt. Dabei kam es neben Teamwork besonders auf die persönliche Leistung jeder Einzelnen an – Selbstfindung, Selbstreflektion und Akzeptanz waren die Ziele. Am letzten Tag des Seminars trafen die Teilnehmerinnen auf die Diplom-Ökonomin Andrea Eigel. Gemeinsam mit ihr thematisierten sie das Erkennen unterschiedlicher Menschentypen sowie den Aufbau von Beziehungsbrücken. Die kleine Frauenrunde lockerte die Stimmung auf, sodass jede sich voll und ganz auf die einzelnen Aufgaben einlassen konnte. Andrea Ballmann ist begeistert vom Seminar: „Ich habe schon mehrmals teilgenommen und auch beim nächsten Mal werde ich dabei sein. Der Austausch mit Kolleginnen aus der Branche bereichert mich immer wieder.“

Austausch auf Augenhöhe
Ein Großteil der Frauen kannte sich bereits durch vorherige Seminare. Die Mitarbeiterinnen des Autohauses Schade waren zum ersten Mal dabei und profitierten nicht nur selbst von ihrer Teilnahme. Durch die unterschiedlichen Positionen der Teilnehmerinnen, konnte die Stellung der Frau in der Branche aus mehreren Perspektiven betrachtet werden. Aufgrund der positiven Resonanz plant Repanet bereits das nächste Seminar. „Wir wollen die Frauen in unserer Branche noch mehr unterstützen. Die Seminare in kleiner Runde zeigen, dass die Akzeptanz von Frauen in den Werkstattbetrieben und in der gesamten Branche keine Selbstverständlichkeit ist. Dass wir trotzdem so starke Persönlichkeiten in den Repanet Werkstätten haben, macht uns stolz“, erklärt Margarita Debos.