HUK-Coburg erhöht Stundenverrechnungssatz

​Vor wenigen Tagen informierte die HUK-Coburg Ihr Partnernetzwerk über die Entscheidung. Mit den „rasant steigenden Preisen für Lack und Energie“ wurde die Anhebung des Verrechnungssatzes begründet.

„Der Schritt der HUK geht zwar in die richtige Richtung, macht dies dabei aber noch lange nicht weit genug.“
Thomas Aukamm
Hauptgeschäftsführer ZKF

Branchenverbände wie ZKF und BVdP hatten vorab mehrfach auf die immer stärker steigenden Belastungen für Unfallreparaturbetriebe hingewiesen. Dass die HUK-Coburg sich einmal mehr als erste Versicherung bewegt, wird als ein positives Signal an die Branche gewertet. Die strukturellen Probleme löse die vor einigen Tagen in Kraft getretene Erhöhung jedoch nicht. Um das vor allem von Reparaturbetrieben und ihren Interessenvertretern geforderte „Ende der Einpreisung des Lackmaterials in die Stundensätze“ dürfte also auch weiterhin gestritten werden.

Ab dem 24. Oktober 2022 erhalten HUK-Coburg Partnerwerkstätten einen temporären Aufschlag auf Ihren bisher geltenden Stundenverrechnungssatz in Höhe von 5,00 € für Karosserie und 7,00 € für Lack pro Stunde (jeweils netto). Die neuerliche Erhöhung ist bis 30. April 2023 befristet.

„Der Schritt der HUK geht zwar in die richtige Richtung, macht dies dabei aber noch lange nicht weit genug. In Zeiten extremer Kostensteigerungen wie einem prozentual zweistelligen Anstieg des Lackmaterials und sich nahezu verdreifachenden Energiepreisen wirken ein Euro pro Stunde und drei Euro für den Stundensatz für Lack wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein – nur mit der Ausnahme, dass dieser Tropfen bereits verdunstet ist, bevor er auftrifft…“ so Thomas Aukamm, Hauptgeschäftsführer des ZKF.
Positiv ist trotzdem zu bewerten, dass der Coburger Versicherer als erster eine Anpassung gestartet hat. Dennoch aber verlangt die aktuelle Situation ein beherzteres Eingreifen, um eine Partnerschaft auch zu leben. Kurzfristigere und schnelle Anpassungen in spürbarer Höhe sind gefragt, um wöchentlichen Preisaufschlägen von Werkstattausrüstern, Lack-Lieferanten und Energieversorgern gerecht zu werden. Unter diesen Umständen erscheint es weiterhin noch weniger verständlich, die immer noch bestehende Inkludierung des Lackmaterials in den Stundensatz für Lackierung zu betreiben. Hier ist nun endlich ein Umdenken gefragt!

„Der BVdP begrüßt die Anpassung der Werkstattkonditionen der HUK-Coburg als einen ersten, außerordentlich wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Nun ist es zum einen wichtig, dass weitere Versicherer und Steuerer zeitnah folgen und zum anderen, dass weitere, ebenso wichtige Schritte nicht auf die lange Bank geschoben werden. Die teils enormen Kostensteigerungen, die unsere Verbandsmitglieder massiv treffen, entwickeln sich kurzfristig und dynamisch, deshalb müssen die Reaktionen aller Seiten auf diese Entwicklungen zukünftig wesentlich flexibler ausfallen. Wie wir in den letzten Jahren und Monaten gesehen haben, lassen sich bestimmte Entwicklungen nicht voraussehen, deshalb müssen die Zeitintervalle, in denen Verhandlungen stattfinden, entsprechend angepasst, also kürzer werden. Hier gibt es tatsächlich dringenden Reformbedarf.“ so Michael Pinto vom BVdP.