Autoreparaturen werden immer teurer
Steigende Werkstattkosten und teure Ersatzteile treiben die Kosten für Unfallschäden weiter nach oben. Allein 2025 erhöhten sich die Stundensätze in den Kfz-Werkstätten um durchschnittlich 7,5 Prozent und damit mehr als dreimal so stark wie die allgemeinen Verbraucherpreise.
„Von jedem eingenommenen Euro werden die Kfz-Versicherer 2026 voraussichtlich 99 Cent für Schäden und Kosten benötigen.“
Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV
„Ein durchschnittlicher Pkw-Sachschaden kostet die Versicherer inzwischen rund 4.600 Euro – etwa 70 Prozent mehr als 2017. Die stark gestiegenen Werkstatt- und Ersatzteilpreise treiben die Schadenaufwendungen weiter nach oben, die deutlich schneller als die Beitragseinnahmen wachsen“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV. „Von jedem eingenommenen Euro werden die Kfz-Versicherer 2026 voraussichtlich 99 Cent für Schäden und Kosten benötigen. Viel Spielraum bleibt da nicht.“
Knapp in den schwarzen Zahlen
Nach der aktuellen
GDV-Hochrechnung werden die Leistungsauszahlungen in der
Kfz-Versicherung 2026 um mehr als zehn Prozent auf rund 35 Milliarden
Euro steigen. Die Beitragseinnahmen nehmen dagegen voraussichtlich nur
um knapp sieben Prozent auf 41 Milliarden Euro zu.
Für das Gesamtjahr
erwartet der GDV eine Schaden-Kosten-Quote von 99 Prozent. Damit dürfte
die Kfz-Versicherung 2026 versicherungstechnisch nur knapp in den
schwarzen Zahlen liegen. Die Hochrechnung basiert auf den Zahlen des
ersten Halbjahres und geht davon aus, dass die Schäden durch
Naturgefahren wie Sturm, Hagel und Überschwemmungen in diesem Jahr
leicht unterdurchschnittlich ausfallen.

Steigende Reparaturpreise sind Kostentreiber
Ein
wesentlicher Kostentreiber sind die seit Jahren steigenden
Reparaturpreise. Zwischen 2017 und 2025 haben sich die
Werkstattstundenpreise um 62 Prozent verteuert. Auch die
Ersatzteilpreise stiegen im gleichen Zeitraum um insgesamt rund 60
Prozent. Zum Vergleich: Die allgemeinen Verbraucherpreise erhöhten sich
in diesen acht Jahren um 26 Prozent. Die durchschnittlichen Beiträge in
der Kfz-Haftpflichtversicherung stiegen dagegen lediglich um 18 Prozent.
Besonders hoch sind die Stundensätze bei Elektroautos, die teilweise in
spezialisierten Werkstätten repariert werden müssen. Im vergangenen
Jahr lagen sie im Durchschnitt etwa 15 Prozent über denen für Fahrzeuge
mit Verbrennungsmotor.
Die Preissteigerungen treffen Autofahrerinnen und Autofahrer unmittelbar, etwa bei Inspektionen und Reparaturen. Zugleich verteuern sie die Regulierung versicherter Unfallschäden.
In den vergangenen Jahren stiegen die Reparaturkosten zeitweise so stark, dass die Schadenaufwendungen die Beitragseinnahmen der Kfz-Versicherer überstiegen. In der Folge mussten die Versicherer ihre Beiträge anpassen. Die aktuelle Hochrechnung zeigt, dass die steigenden Reparaturkosten die Kfz-Versicherung trotz dieser Anpassungen weiter erheblich belasten.

