Trendige Autofarben: Entwicklung, Umsetzung und Reparatur

Wie erkennt man die zukünftigen Farbtrends und wie werden sie in Autolacke umgesetzt? Und vor allem, wie werden sie repariert?

Die Autofarbe Grau war 2019 Trumpf in Europa – das ist ein Ergebnis des „Global Automotive Color Popularity Report 2019“ des Lackherstellers Axalta. Doch wie erkennt man die zukünftigen Trends und wie werden sie in Autolacke umgesetzt? Und vor allem, wie werden sie repariert? Ob es ein neu entwickelter Farbton aufs Auto schafft, hängt unter anderem auch davon ab, ob er fachgerecht instandgesetzt werden kann. Standox, eine Marke von Axalta, bietet die perfekten Farbtonformeln und Produkte für eine makellose Reparatur.

In Europa belegte Grau im vergangenen Jahr mit 24 Prozent erstmals Platz 1 bei den beliebtesten Farben für Neufahrzeuge. Damit überholt es Weiß, das auf 23 Prozent kommt (allerdings weltweit immer noch auf Platz 1 liegt). Schwarz kam in Europa auf Platz 3. Zusammen erreichen diese drei Farben einen Marktanteil von zwei Dritteln; nimmt man Silber mit einem Anteil von 10 Prozent noch hinzu, sind es sogar über drei Viertel. Erst dahinter folgen mit Blau (10 Prozent) und Rot (6 Prozent) die ersten „bunten“ Farben. Zu diesem Ergebnis kam der Report der beliebtesten Automobilfarben in 2019 von Axalta, einem globalen Hersteller von Flüssig- und Pulverlacken.

Grau steht für Sachlichkeit und Professionalität

Für Elke Dirks, Automotive OEM Color Designerin bei Axalta für Europa, den Nahen Osten und Afrika, kam der Aufstieg von Grau nicht überraschend: „Grau steht für Sachlichkeit und Professionalität, Stil und Eleganz“, sagt sie. „Ein graues Auto signalisiert, dass der Fahrer es nicht nötig hat, mit einer knalligen Farbe auf sich aufmerksam zu machen. Dank neuer Pigmente und Effekte kommt die früher eher unauffällige Farbe jetzt oft sehr stylish daher.“

„Zur Lackentwicklung für einen Autohersteller gehört nicht nur der Serien-, sondern auch der passende Reparaturlack.“
Erik Faßbender
Leiter Training, Standox Deutschland

„Die komplette Entwicklung eines neuen Farbtons dauert rund zwei Jahre“, sagt Elke Dirks. „Wir müssen also heute schon die Farbtrends von morgen erkennen.“ Das Axalta OEM-Coloristik-Team wertet dazu unterschiedlichste Indikatoren aus: Neben der Analyse chronologischer Farbstatistiken und kunden- und modellbezogener Eigenschaften können das auch Mode und Zeitgeist sein. Dirks: „Trends bei Kleidung, Möbeln und Accessoires, Beiträge in Zeitschriften oder im Web – alles kann Hinweise geben.“

Nichts geht ohne den passenden Reparaturlack

Doch nicht jeder Farbton, den Elke Dirks und ihre Kollegin Christiane Lüdecke entwickeln, schafft es aufs Auto. Manchmal scheitert es an produktionstechnischen Gründen in der Serienfertigung, in anderen an der Entwicklung einer Reparaturformel. „Zur Lackentwicklung für einen Autohersteller gehört nicht nur der Serien-, sondern auch der passende Reparaturlack“, erklärt Erik Faßbender, Leiter Training bei Standox Deutschland. „Denn später müssen die Autowerkstätten einen Lackschaden auch einwandfrei beheben können.“

Standox ist mit den Kollegen für Autoserienlacke in regelmäßigem Kontakt. „Diese Zusammenarbeit“, so Faßbender, „macht die Entwicklung von passenden Reparaturformeln und -lacken natürlich einfacher.“ Eine so enge Abstimmung ist nicht selbstverständlich: Nicht jeder Serienlackhersteller ist im Refinish-Bereich aktiv, umgekehrt ist nicht jede Reparaturlackmarke mit einem Serienlackhersteller verbunden.

Woche für Woche 60 neue Mischformeln

Die Entwicklung einer Lack-Reparaturformel ist eine langwierige und aufwendige Prozedur: Sie umfasst die mikroskopische Analyse, um Pigmente zu identifizieren, die Berechnung von Mischformeln und die Erstellung von Spritzmustern durch Roboter, um ein neutrales Spritzbild zu erhalten. Die dabei erzielten Ergebnisse werden wieder und wieder überprüft und bei Bedarf weiter verfeinert. Auf diese Weise entwickelt Standox Woche für Woche rund 60 neue Mischformeln und stellt sie über die Online-Farbsoftware Standowin iQ an. „Der Aufwand ist hoch“, räumt Erik Faßbender ein. „Aber so können wir sicherstellen, dass unsere Partner im Lackierhandwerk immer die bestmöglichen Ergebnisse erzielen.“

Mehr Informationen rund um das Thema Autofarben stellt Standox unter www.standox.de/think-colour zur Verfügung. Details zu den Ergebnissen des aktuellen Color Popularity Report sind unter www.axalta.de zu finden. □

Aus der aktuellen Ausgabe FML Der Fahrzeug- und Metall-Lackierer

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