Schadenkalkulation mit System

Der IDENTICA Betrieb Brillant GmbH aus Köln-Porz nutzt mit dem Schadenbewertungstool FIASCO die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz gezielt für die Erfassung, Kalkulation und Abwicklung von Fahrzeugschäden.

„Je höher die Qualität der KI ist, desto effizienter können wir arbeiten.
Michael Siegel

Eine umfassende Schadenkalkulation braucht Zeit – und die ist im stressigen Werkstattalltag nicht immer gegeben. Um die zeitintensiven Abläufe künftig effizienter zu gestalten, setzt die Brillant GmbH in Köln-Porz seit Anfang des Jahres auf Künstliche Intelligenz: Das KI-basierte Schadenbewertungstool FIASCO unterstützt den IDENTICA Betrieb bei der digitalen Schadenerfassung und -kalkulation. Für Standortleiter Michael Siegel ist der Einsatz ein konsequenter Schritt in Richtung Zukunft, der sich problemlos in den Betriebsalltag integrieren lässt: „Der Fortschritt ist da. Wer mit der Zeit mitgeht und die Anwendungen schon heute für sich nutzt, ist in Zukunft besser aufgestellt und muss den Neuerungen nicht in drei Jahren hinterherlaufen.“

Dabei kann die KI den Prozess der Schadenkalkulation zwar nicht ersetzen, aber erleichtern: Über die FIASCOpro App werden Fotos von Fahrzeugschäden aufgenommen, analysiert und kalkuliert. Die erfassten Daten werden im Anschluss direkt in das Kalkulationssystem des Betriebs eingepflegt, sodass die Erstellung von Schadenfällen einfacher und effizienter wird. Neben der Schadenanalyse ermöglicht FIASCO mithilfe spezieller KI-Technologie auch die automatische Erfassung relevanter Fahrzeugdaten. Das Ergebnis: Schlankere Prozesse und mehr Zeit für die Kalkulation: „Durch die vorgefertigten Daten können die Schäden von unseren Mitarbeitern schneller nachbearbeitet werden, was jetzt schon einer Zeitersparnis von insgesamt 15 bis 20 Prozent entspricht“, so Siegel. Was sich bisher nur intern zeigt, wirkt sich langfristig auch auf die Kunden aus: „Je höher die Qualität der KI ist, desto effizienter können wir arbeiten. Und der Kunde erhält seine Schadenkalkulation schneller.“

Mensch und Maschine

Trotz der technologischen Unterstützung steht für Michael Siegel fest: Der Einsatz von KI funktioniert nur in Kombination mit geschulten Mitarbeitern. „Man darf der KI nicht blind vertrauen. Hier heißt es immer nochmal genau hinschauen, gegenprüfen und bei Bedarf nachbessern.“ Gerade bei komplexeren oder verdeckten Schäden kommt die KI an ihre Grenzen: Während oberflächliche Beschädigungen zuverlässig erkannt werden, erfordern tiefere Strukturschäden an Karosserie und Lack weiterhin die fachliche Einschätzung der Experten. „Die KI kann natürlich nicht beurteilen, wie tief ein Schaden tatsächlich ist. Entscheidend ist daher die Qualität der Fotos und ob der Schaden in Gänze sichtbar ist.“

„FIASCO ist für uns jetzt schon eine gute Unterstützung, aber wird sich in den nächsten Jahren noch weiterentwickeln.“

Für eine vollständige und qualitativ hochwertige Schadenerfassung bietet FIASCO innerhalb der App spezielle Ausrichtungshilfen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Schadenaufnahme an. „Es braucht Zeit, diese Systeme kennenzulernen und sinnvoll für sich zu nutzen. Diese Lernkurve betrifft dabei nicht nur die Mitarbeitenden in den Betrieben, sondern auch die Technologie selbst“, erklärt der Standortleiter. Er ist sich sicher: „FIASCO ist für uns jetzt schon eine gute Unterstützung, aber wird sich in den nächsten Jahren noch weiterentwickeln.“

KI als Baustein für die Zukunft

In Zeiten, in denen viele den Einsatz von KI auch als Risiko für die eigene Arbeitsplatzsicherheit sehen, ist es für Michael Siegel alles eine Frage der Einstellung: „In jeder Branche gibt es die, die sich mit Neuerungen beschäftigen und diejenigen, die zurückhaltender sind“, erklärt er. „Wer up to date bleiben will, sollte die Augen nicht vor der KI verschließen.“ Das bestmögliche Ergebnis erreichen Betriebe seiner Meinung nach durch eine neue Perspektive in Bezug auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. „Man muss mit den Programmen denken und sich so damit beschäftigen, dass sie ein Teil von uns werden, beziehungsweise ein fester Bestandteil der Arbeitsprozesse. Erst dann entsteht der größte Nutzen.“

Für Michael Siegel und seinen Betrieb ist der Einsatz der KI-Tools nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Und auch für Margarita Debos, Axalta Netzwerke Managerin, stellt die bewusste Nutzung von KI-basierten Lösungen eine Bereicherung für den Werkstattalltag dar: „Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben. Betriebe können die Möglichkeiten der verschiedenen Anwendungen für sich nutzen, um Arbeitsabläufe zu optimieren, Mitarbeiter zu entlasten und in vielen Fällen auch Zeit und Geld zu sparen.“ IDENTICA unterstützt seine Partnerbetriebe bei der Einbindung von zukunftsorientierten Lösungen mithilfe von brancheninternem Austausch, praxisnahen Seminaren und konkreten Tools: So steht allen IDENTICA Betrieben eine FIASCO-Schnittstelle für den Schadenmelder zur Verfügung, sodass alle relevanten Angaben und Bilddaten direkt erfasst und hochgeladen werden können. Denn auch, wenn die Umstellung auf KI-Systeme besonders zu Beginn mit Aufwand verbunden ist, zeigt sich der Effekt langfristig und hilft Betrieben dabei, zeitintensive Abläufe nachhaltig zu optimieren.